Sagen umworbene Burg Landeck


Wie von fast jeder Burgruine erzählt man sich auch von der Burgruine Landeck
die verschiedensten Sagen.
Eine davon handelt von einem wunderschönen
Ritterfräulein, das Mitte des 16. Jahrhunderts auf Landeck gelebt haben soll:
Brigitte von Landeck war Ritter Ehrenfried von Sponeck versprochen, der seine
schöne Braut von seinen Edelknaben zur Hochzeit abholen ließ. Brigittes Mutter,
eine wohltätige Frau, ließ einen ganzen Wagen mit duftenden Broten und anderen
Gaben füllen, die während der Fahrt an die Armen verteilt werden sollten. Der
geizigen und stolzen Tochter war dies gar nicht recht. "Man soll die faulen
Leute nicht so sehr verwöhnen", sagte sie. "Aber Kind", antwortete ihre Mutter,
"sei nicht so hart gesinnt. Es ist doch besser, die Untertanen lieben ihre
Herrschaft, als dass sie ihr Böses wünschen oder sie gar verfluchen. Deine
strenge, oft ungerechte Denkungsart musst du jetzt ablegen, denn dein künftiger
Gemahl und Gebieter wird dies nicht dulden, zumal er ein gar mildes Herz haben
soll." "Wie Mutter, soll sich mein Gemahl nicht nach mir richten?", ereiferte
sich Brigitte. "Er wird bald begriffen haben; denn ich will ihn streng in die
Schule nehmen! Und ist er nicht binnen eines Jahres Meister in der Kunst, seinen
Willen dem seines Weibes unterzuordnen, so werde ich ihn verlassen und zu dir
zurückkommen!" Mit diesen Worten kletterte sie auf ihren Wagen und zog Richtung
Sponeck. Leider regnete es an diesem Tag in Strömen und der Zug kam nur langsam
vorwärts. Brigittes Ärger wuchs zusehends, und sie befahl, dass an das
"Gesindel", das den Wagen folgte, weder Brot noch Wein ausgeteilt werden dürfe.
Eine Weile später kamen sie zwischen Eichstetten und Bötzingen an einem Brunnen
vorbei. Brigitte ließ anhalten und rief ihren Dienern zu, sie sollten den
schmutzigen Weg mit Brotlaiben pflastern, damit sie trockenen Fußes zum Brunnen
gelangen konnte. "Aber Fräulein, bedenket doch - eine solch schwere Sünde!",
riefen die Lakaien. "Wer wagt es, meine Wünsche nicht erfüllen zu wollen?",
schrie sie zornig. "Ich will andere Zucht unter euch bringen! Schnell, meinen
Willen vollführt, sonst wird es euch schlecht ergehen!" Daraufhin taten die
Diener wie ihnen geheißen und legten das mitgeführte Brot auf den morastigen
Weg. Als die Armen erkannten, wie schändlich die edle Gabe Gottes missbraucht
wurde, schrieen sie alle zu Gott, er möge diesen Frevel rächen. Brigitte schritt
ungerührt zum Brunnen, beugte sich zweimal hinunter, schöpfte und trank das
kühle Wasser aus einem silbernen Becher. Beim dritten Mal wich plötzlich der
Boden unter ihren Füßen zurück und die hartherzige Maid stürzte in die Tiefe. In
wilder Panik flüchteten die Armen, ohne etwas von den Gaben zu nehmen. Einige
Edelknaben hoben die zertretenen Brote auf, kehrten um nach der Burg Landeck und
berichteten der Burgherrin von dem schrecklichen Ende ihrer Tochter.
Brigitte aber fand im Grab keine Ruhe. Ihr Geist spukt und rumort seitdem an der
Unglücksstelle. Sie erscheint den Vorübergehenden um Mitternacht und auch gegen
Mittag und bittet sie kläglich, ihr von dem köstlichen Wasser zu trinken zu
geben, da sie fürchterlichen Durst erleide. Oft soll sie auch jämmerlich um
Hilfe rufen.
Der Brunnen, der tatsächlich existierte, wurde 1850 zugeschüttet. Der Acker
aber, an dem er sich befand, wird von den Einheimischen noch heute der
"Britte-Brunnen" genannt und ist im Lagerbuch der Markgrafschaft Hochberg von
1567 als "Braiten Brunnen" aufgeführt.
Chronik
Mitte des 13. Jahrhunderts
Walther I. von Geroldseck erbaut zur Sicherung der Besitzungen des Klosters
Schuttern die obere Burg Landeck.
1277
Die Burg geht nach dem Tode Walthers I. in den Besitz seiner Enkel Heinrich und
Walther über.
1279
Heinrich gibt den Bau der unteren Burg in Auftrag.
1300
Heinrich verkauft die Burg den Johannitern zu Freiburg, die sie an Ritter Johann
Snewelin, damals Bürgermeister der Stadt, weitergeben.
Anfang des 16. Jahrhunderts
Markgraf Christoph von Baden erwirbt die Burg von den Brüdern Antony und Bastian
von Landeck.
1525
Während des Bauernkrieges wird die Burg von den Aufständischen eingenommen und
niedergebrannt und liegt seitdem in Trümmern.
weitere Info über die Burg Landeck
Burgführungen mit dem Burgfräulein Brigitte von
Landeck
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